Interview mit Europameister Mando und Weltmeister Ph0bi4 01.12.2011 12:51

Frage: Was war euer Eindruck von Korea? Wie waren die Leute, das Essen, das Land?
Mando: Es schien mir eine wirklich beeindruckende Region zu sein, alles ist automatisiert und anders als in Italien: All die Hochhäuser und die Leute, die sich gemäß einer Logik fortbewegen, die ich noch nicht verstanden habe. Die Menschen, die ich kennengelernt habe, waren sehr anständig: Zum Beispiel die Leute von Masang, die ich gestresst hab, schon bevor ich nach Seoul gekommen war und schließlich all die Menschen bei den Messeständen und in den Restaurants. Man sieht, dass wir in einem asiatischen Land angekommen sind, mit einer ganz anderen Tradition, wie wir sie in Europa kennen.
Das Essen ist lecker. Ein paar Leute meinten, ich solle lieber zu McDonalds gehen, das kennt man und man weiß, was man isst. Aber denen kann ich jetzt sagen: Das koreanische Essen schmeckt wirklich gut! Eine Sache, die mir wirklich gefallen hat, war das Fest zum 11. November, wo Stäbchen aus Schokolade getauscht werden. Sehr schön!
Ph0bi4: Das erste, was mir dazu einfällt: Insgesamt ist es viel bunter ist als in Europa. Besonders in Busan waren wirklich alle Straßen erfüllt von auffälligen Farben. Die Menschen machten einen sehr freundlichen Eindruck, auch wenn wir uns oft gar nicht verstanden haben. Was das Essen betrifft: Ich mochte zwar Kimshi nicht so sehr, aber alles andere habe ich geliebt – es wäre toll gewesen, wenn mein Magen größer gewesen wäre!
Frage: Wie war euer Eindruck vom Turnier? Wie war die Atmosphäre?
Mando: Die Atmosphäre beim Turnier war nicht sehr angespannt, außer während der Duelle, auch weil wir uns gegenseitig unterstützt haben; und genau so sollte es zwischen den Spielern sein! Mr. Jeon hat das letztlich auch unterstützt.
Ph0bi4: Naja, es war eine Weltmeisterschaft, also wussten wir: Das sind die besten Spieler der ganzen Welt. Das muss einen ja ein wenig nervös machen, wie soll es denn anders sein? Zumindest am Anfang war die Stimmung angespannt, aber als wir uns mit Umgebung und den anderen Spielern vertraut gemacht hatten (es war wirklich sehr laut bei dem Turnier), wurden wir alle gelassener.
Frage: Wie war die Stimmung unter den Spielern?
Mando: Die Atmosphäre zwischen den Spielern war sehr entspannt. Wir hatten ähnliche Gedanken und neue Ideen für die Verbesserung von AR, die wir direkt mit den Programmierern diskutieren konnten. Ich konnte auch neue Freundschaften schließen: die, mit denen ich mich am besten verstanden hatte waren die beiden Thailänder und der Russe, wir stehen über Facebook in Kontakt. Eine freundschaftliche Rivalität bleibt zu Tiago, weil wir es nicht geschafft haben, uns im Finale zu sehen, um uns erneut um den ersten Platz zu duellieren.
Ph0bi4: Es war zunächst angespannt, aber als wir uns dann kennengelernt haben, war alles locker zwischen fast allen. Ich sage fast, da es Spieler gab, die gar kein Englisch sprachen und wir daher eigentlich nicht wirklich kommunizieren konnten. Aber ich habe neue Freunde auf der ganzen Welt gefunden. Ich kannte ja Mando bereits, aber wir konnten uns diesmal mehr unterhalten und haben uns wie ein Team verhalten, indem wir uns gegenseitig Tipps und Ratschläge gaben.
Zum Rest der Welt kann ich sagen, dass ich nette Gespräche mit den thailändischen und taiwanesischen Jungs hatte, ich sprach auch ein wenig mit den japanischen Spielern und hatte ein längeres Gespräch mit PhiDois Produkt Manager, der ebenfalls ein Spieler ist (aber natürlich nicht bei der Meisterschaft). Außerdem konnte ich etwas Zeit mit unserer lieben Gina und ein paar der Masang-Entwickler verbringen.
Frage: Erzählt uns etwas über die Gegner, was waren die Unterschiede?
Mando: Was mir als erstes aufgefallen ist, war dass die A-Gears (sowohl der koreanische als auch der russische) fast durchgehend in Ground Siege waren. Auch Tiago hatte keine Erklärung dafür. Dann war da Pucca mit einem M-Gear mit 300 Verteidigung und 300 Skill. So was hatte ich auch noch nie gesehen, weil man so auf einem normalen Spiele-Server locker geschlagen worden wäre; auch bei der EM in Deutschland hätte er damit keine Chance gehabt. Vielleicht kann man auch sagen, dass das Turnier in Deutschland schwieriger war, wenn man die Fähigkeiten der Spieler betrachtet, diese waren meiner Meinung nach besser.
Ph0bi4:Etwas, das mir auffiel war, dass die Spieler, die einen anderen Gear wählten, als den, den sie üblicherweise spielen, nicht wirklich mit den anderen Spielern mithalten konnten. Besonders am Turniertag konnte man sehen, wie hart der Wettbewerb war, jeder versuchte herauszufinden, wie die Gegner spielen würden, man überprüfte die Stats, Waffen, alles. Manchmal fühlte es sich an, als würde man überwacht werden. Man dreht den Kopf und sieht einen Spieler oder einen seiner Freunde, der lauscht oder sich an einen PC heranschleicht, um sein Setup zu überprüfen. Jeder hoffte auf diesen Titel und man tat, was man konnte, um ihn zu gewinnen.
Frage: Was hat euch am besten gefallen?
Mando: Mir hat gefallen, dass eine Tanzgruppe von vier jungen Frauen mehr Besucher anzieht als ein interkontinentales Turnier! Nein im Ernst, die Spa-Landschaft hat mir sehr gefallen. Es ist ein Spa, wo wir am zweiten Tag ein wenig entspannen konnten. Ich war noch nie vorher in so etwas, aber ich bin sicher, dass wir davon nicht viele in Italien haben.
Ph0bi4: Mehr als das Geld, was ich mit nach Hause brachte, waren es all die Leute, die ich traf, all die Dinge, die ich sah und alles, was ich lernte. Ich kann nicht beschreiben, wie großartig diese Reise war.
Frage: Wie wurdet ihr zuhause empfangen?
Mando: Zuhause waren sie etwas enttäuscht, dass ich nicht gewonnen hatte, aber sie haben mir gesagt: du hast eine Reise ans andere Ende der Welt unternommen, um an einem interkontinentalen Turnier teilzunehmen, sei stolz drauf! Außerdem bist du ja noch Europameister.
Ph0bi4: Als ich am Flughafen ankam, waren da meine Freundin und meine Mutter, die auf mich warteten, mit diesen riesigen Lächeln auf ihren Gesichtern. Ich hätte nie gedacht, dass ich sie so glücklich machen kann, indem ich ein PC-Spiel spiele. Ich habe ein paar Geschenke an die Leute, die ich liebe, verteilt. Als ich zurück nach Hause kam, haben mir Leute gratuliert, die ich nie getroffen habe, sowohl im Spiel als auch im echten Leben. Ich sagte „Wow, ich wusste nicht, dass das so groß ist“. Jeder gratulierte mir und fast jeder brachte natürlich so was wie „jetzt musst du uns allen ein Essen oder eine Wagenladung voll Credits spendieren!“ Aber insgesamt waren die Leute wirklich erfreut und stolz auf das, was ich erreicht habe.
Frage: Was möchtet ihr den AR-Spielern mit auf den Weg geben?
Mando: Wir haben mit den Programmierern von Masang über die Probleme der Gears gesprochen, vor allem über den M-Gear. Ich kann euch sagen, dass es in Zukunft viele Veränderungen geben wird, es gab viele Vorschläge von Ph0b14, den beiden Thailändern und mir. Die 4.0 scheint spektakulär zu sein, von dem was sie uns beschrieben haben. Ich grüße euch und danke Product Director Martina dafür, dass sie uns bei dieser spektakulären Reise begleitet hat.
Ph0bi4: Allen, die denken, dass sich Gameforge und Masangsoft nicht um uns kümmern, muss ich sagen: Das stimmt absolut nicht. Ich habe es mit meinen eigenen Augen gesehen, in Deutschland und in Korea, wie hart die Leute für uns arbeiten. Urteilt nicht zu früh!
Was die Meisterschaft betrifft: Ich bin immer noch ein einfaches Papierflugzeug, dass oft im Krieg stirbt, haha. Im Ernst, eines ist sicher: Deine Fähigkeiten sind nicht dadurch festgelegt, wie oft du stirbst oder eben nicht, sondern wie du deine Zeit nutzst. Übe, um besser zu werden und habe keine Angst, alte oder neue Sachen auszuprobieren. Und am allerwichtigsten: Einfach mal mutig sein!







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